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Heimweh IV: Das Mopedmeer

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Das Wetter wird besser und es zeigen sich immer öfter Roller und Motorräder auf den Straßen. Das Geräusch der Motoren ist ein richtiger Heimwehauslöser!
Während man hier eher nur vereinzelt auf zwei Rädern unterwegs ist, gibt es in Vietnam ein riesiges Mopedmeer. Mopeds sind überall und selbst im noch so kleinen Eck hört man das Motorgeräusch oder ein Hupen.
So gut wie jeder Vietnamese besitzt ein Moped, es ist sowohl billig in der Anschaffung, als auch im Unterhalt. Klein und praktisch. Deshalb tümmeln sich auf den Straßen unzählige Mopeds und auf dem ersten Blick herrscht das reinste Chaos. Ich habe meinen Cousin während einer Fahrt, die eher einem Slalom glich, gefragt ob er nicht Angst hätte in diesem Durcheinander zu fahren in dem es zwar Verkehrsregeln gibt, sich jedoch kaum jemand daran hält und vielmehr dort gefahren wird wo gerade Platz ist. Er verneinte und meinte, dass es wie ein großer Fischschwarm wäre, dem man sich nur anpassen muss und das ständige Hupen dient dazu andere vorzuwarnen: ,,Achtung, jetzt komme ich!“.

Ganz schlimm ist der Verkehr, wenn die Schule aus ist und Eltern ihre Kinder abholen, hinzu kommt dann noch der Berufsverkehr und fertig ist der Stau. Sonst ist ein Moped wirklich das beste Mittel zum Vorankommen, aber in Staus, wenn man bei schwüler Hitze von allen Seiten nur wenige Zentimeter von anderen Mopeds entfernt ist und Angst hat, sich an den Auspuffen der anderen zu verbrennen, wünscht man sich heimlich doch ein klimatisiertes Auto.
Private Autos können sich die meisten Vietnamesen nicht leisten, weil die Verschiffungskosten und die Autosteuer viel zu hoch sind. Gefühlte 95% aller Autos, die es auf vietnamesischen Straßen gibt, sind Taxis. Meine Tante hat ein eigenes Auto und beklagt sich jedes Mal über die geklauten Felgen oder Seitenspiegel und schnell kann man damit aufgrund der schlechten und viel zu vollen Straßen sowieso nicht fahren, dann doch lieber aufs Statussymbol verzichten und zu Fuß oder auf zwei Rädern unterwegs sein. Was ich persönlich ganz toll finde, sind die elektrischen Fahrräder, das wäre meine erste Investition, sollte ich eines Tages in die Heimat ziehen.

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